Sanfte Begleitung in Zeiten des Verlusts
Wie trauern Kinder und Jugendliche?
Fakt ist: Kinder trauern anders –
und brauchen einen eigenen Raum dafür
Wenn ein Kind oder Jugendlicher einen Verlust erleidet, ist das oft eine unsichtbare Erschütterung, die Erwachsene leicht unterschätzen.
Kinder trauern nicht weniger intensiv als Erwachsene – aber sie trauern anders. Ihre Ausdrucksformen sind vielfältig und oft nicht auf den ersten Blick erkennbar.
Manche Kinder können wenige Minuten nach einer traurigen Nachricht wieder spielen oder lachen – und im nächsten Moment in Tränen ausbrechen. Das heißt nicht, dass sie „schon darüber hinweg“ sind. Vielmehr wechseln sie, je nach Alter und innerer Kapazität, zwischen Trauer und Alltag hin und her. Dieses „Pendelverhalten“ ist ein natürlicher Schutzmechanismus.
Während Erwachsene meist in längeren Phasen intensiver Trauer verweilen, nehmen Kinder und Jugendliche ihre Gefühle oft in kleinen Portionen auf. Sie tauchen in den Schmerz ein, wenn sie bereit sind, und ziehen sich dann wieder in alltägliche Aktivitäten zurück, um sich zu entlasten. Für Außenstehende kann das irritierend wirken – doch genau das ist Teil ihres gesunden Verarbeitungsprozesses.
Die besondere Herausforderung für Eltern
Nach einem Todesfall oder einer Trennung sind viele Mütter und Väter selbst tief in der eigenen Trauer. Sie müssen den Alltag organisieren, finanzielle oder rechtliche Fragen klären und gleichzeitig ihre emotionale Stabilität wahren. In dieser Ausnahmesituation kann es passieren, dass die Signale der Kinder übersehen werden – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil die eigenen Kräfte begrenzt sind.
Kinder wiederum wollen ihre Eltern oft schützen. Sie spüren die Belastung und vermeiden es, zusätzliche Sorgen zu bereiten. Das kann dazu führen, dass sie ihre Gefühle zurückhalten, sich still zurückziehen oder sich ungewöhnliche Ventile suchen – zum Beispiel Wutausbrüche, Rückzug ins Zimmer oder auffälliges Verhalten in der Schule.
Typische Merkmale der Kindertrauer:
- körperliche Symptome wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Schlafprobleme
- Gefühle kommen in Wellen, nicht dauerhaft
- Ausdruck über Spiel, Zeichnungen, Fantasiegeschichten oder nonverbale Gesten
- Verarbeitung über lange Zeiträume – manchmal über Jahre
Das Wichtigste ist: Kinder brauchen das Gefühl, dass ihre Trauer Platz haben darf – ohne sie zu überfordern. Erwachsene können diesen Raum schaffen, indem sie präsent sind, zuhören und Signale ernst nehmen, auch wenn sie unscheinbar wirken. Kindertrauer ist keine „kleinere“ Version der Erwachsenentrauer, sondern ein eigener, sensibler Prozess.
Wenn du dir wünschst, diesen Raum bewusst zu gestalten und dein Kind dabei sanft zu begleiten, unterstütze ich dich gern in einem kostenfreien Klarheitsgespräch. Gemeinsam schauen wir, wie du dein Kind – und dich selbst – in dieser besonderen Zeit stärken kannst.

Zwischen eigener Trauer und dem Blick fürs Kind
Wie du präsent bleiben kannst, wenn deine eigenen Kräfte begrenzt sind
Wenn ein Verlust das eigene Leben erschüttert, fühlt es sich oft so an, als würde alles gleichzeitig zusammenbrechen. Die Kraft reicht manchmal kaum, um den Alltag zu stemmen. In dieser Phase noch für die Kinder da zu sein, kann sich überwältigend anfühlen. Und doch sind gerade jetzt die kleinen, ehrlichen Momente der Verbindung entscheidend.
Vielleicht kennst du das: Du bist mit organisatorischen Dingen beschäftigt – Beerdigung, Behörden, finanzielle Fragen – und versuchst gleichzeitig, deine eigenen Gefühle im Zaum zu halten. Du hoffst, dass die Kinder „funktionieren“, einfach weil dir im Moment die Energie fehlt, dich auch noch intensiv um ihre Emotionen zu kümmern. Das ist menschlich. Kein Elternteil ist ein Übermensch.
Das Schwierige ist: Kinder merken das. Sie spüren, wenn Mama oder Papa an der Grenze sind. Aus Liebe versuchen sie oft, „brav“ zu sein, nicht zu weinen oder keine „zusätzlichen Probleme“ zu machen. Nach außen wirkt es, als kämen sie gut zurecht – doch innerlich kann der Schmerz groß sein. Manche ziehen sich zurück, andere zeigen ihre Trauer über auffälliges Verhalten:
- Wutanfälle oder plötzliche Aggression
- Rückzug ins eigene Zimmer
- Streit mit Freunden
- Leistungsabfall in der Schule
- scheinbar grundlose körperliche Beschwerden
Ein unterstützendes Netz aufbauen
In solchen Situationen ist es wertvoll, das Gespräch mit anderen Erwachsenen zu suchen, die das Kind gut kennen – Lehrkräfte, Erzieher:innen, Verwandte, befreundete Familien. Ein kurzer Austausch kann viel bewirken. Wenn die Schule weiß, was zu Hause passiert, können Lehrkräfte auf Veränderungen schneller reagieren und dir Rückmeldung geben. So entsteht ein Netz, das das Kind auffängt – auch dann, wenn du selbst gerade nicht alles sehen kannst.
Offenheit schafft Sicherheit
Sprich mit den Kindern darüber, dass auch du gerade traurig bist oder weniger Geduld hast. Erkläre, dass das nichts mit ihnen zu tun hat. Kinder müssen verstehen, dass ihre Gefühle erlaubt sind – und dass deine eigene Trauer sie nicht verdrängt.
Es geht nicht darum, immer stark zu sein. Es geht darum, gemeinsam auszuhalten, dass diese Zeit schwer ist – und trotzdem kleine Inseln der Nähe zu schaffen. Das kann bedeuten:
- einfach zusammen zu sitzen, ohne viele Worte
- eine stille Umarmung
- ein gemeinsames Abendritual
- oder ein Moment, in dem ihr zusammen lacht, obwohl Traurigkeit im Raum ist
So lernt ein Kind: „Ich darf traurig sein – und ich darf trotzdem wieder Freude empfinden.“ Und genau das ist ein wichtiger Schritt im Heilungsprozess.
Falls du gerade das Gefühl hast, den Blick fürs Kind zu verlieren, weil dich deine eigene Trauer überwältigt, begleite ich dich gern. Im kostenfreien Klarheitsgespräch finden wir gemeinsam heraus, wie du dir selbst und deinem Kind in dieser Zeit Halt geben kannst.

Wenn Hilfe von außen gut tut
Warum zusätzliche Bezugspersonen für trauernde Kinder so wertvoll sein können
Auch wenn wir als Eltern unseren Kindern in einer Verlustsituation am nächsten sind – manchmal brauchen sie zusätzlich Menschen, die nicht direkt Teil der Familie sind. Außenstehende können eine wichtige Brücke sein, weil sie unbefangener zuhören, andere Perspektiven einbringen und den Druck aus der Eltern-Kind-Dynamik nehmen.
Das kann eine vertraute Bezugsperson aus dem Freundeskreis sein, eine Tante, ein Onkel oder auch eine erfahrene Trauerbegleiterin bzw. ein Trauerbegleiter. Entscheidend ist, dass das Kind spürt: „Hier darf ich alles sagen – ohne Angst, Mama oder Papa traurig zu machen.“
Wenn Reden schwerfällt
Manche Kinder sprechen nicht gern über ihre Gefühle – und das ist völlig in Ordnung. Sie drücken ihre Trauer oft über andere Wege aus:
- Malen oder Basteln
- Musik hören oder selbst machen
- Rollenspiele oder Fantasiegeschichten
- Sport und Bewegung
- Körpersprache oder stiller Rückzug
Hier können kreative Methoden helfen, die inneren Gefühle sichtbar zu machen – ohne Druck, ohne Erwartung. Malen, Symbolaufstellungen oder spielerische Rituale schaffen oft mehr Raum für Ausdruck als direkte Fragen.
Trauergruppen – Gemeinsam statt allein
Neben Einzelbegleitung gibt es spezielle Trauergruppen für Kinder und Jugendliche. Diese sind oft nach Thema oder Alter ausgerichtet – zum Beispiel für Kinder, die ein Geschwisterkind verloren haben, oder für Kinder, die den Tod durch Suizid erlebt haben. Dort treffen sie auf andere, die Ähnliches erlebt haben. Allein dieses „Ich bin nicht die Einzige“ kann schon entlastend wirken.
Der Austausch in einer Gruppe gibt Kindern die Möglichkeit, ihre Gefühle in einem geschützten Rahmen zu zeigen, ohne sich „anders“ zu fühlen. Gleichzeitig erleben sie, wie andere mit ähnlichen Erfahrungen umgehen – und lassen sich davon ermutigen.
Schuldgefühle nehmen
Besonders bei Themen wie Suizid oder plötzlichem Tod ist es entscheidend, immer wieder klar zu machen, dass das Kind keine Schuld trägt. Kinder neigen dazu, Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die völlig außerhalb ihrer Kontrolle liegen. Hier braucht es viele, wiederholte, liebevolle Erklärungen, damit sich diese falsche Schuld nicht festsetzt.
Unterstützung finden
Wenn du dir unsicher bist, welche Angebote es in deiner Nähe gibt, kannst du dich an Hospizdienste, kirchliche Einrichtungen, Schulsozialarbeit oder spezialisierte Beratungsstellen wenden. Viele bieten unverbindliche Informationsgespräche an und helfen dir, das passende Setting für dein Kind zu finden.
Falls du möchtest, dass dein Kind in einem sicheren Rahmen über seine Trauer sprechen oder sie kreativ ausdrücken kann, begleite ich euch gern. Im kostenfreien Klarheitsgespräch schauen wir, ob und wie ich euch unterstützen kann – sanft, achtsam und in eurem Tempo.

Wenn Trauer den Blick verengt
In Zeiten großer Belastung oder Trauer haben wir als Eltern oft das Gefühl, für unsere Kinder stark sein zu müssen. Wir organisieren, halten den Alltag am Laufen, kümmern uns um so viele dringende Dinge – und merken dabei manchmal nicht, wie sehr auch unsere Kinder innerlich kämpfen.
Das ist kein Versagen. Es ist menschlich.
Trauer wirkt manchmal wie ein Tunnel: Unser eigener Schmerz nimmt so viel Raum ein, dass wir die feinen Signale der anderen weniger wahrnehmen. Gleichzeitig möchten Kinder ihre Eltern instinktiv schützen – und zeigen ihre Not oft nicht offen. Sie lächeln, funktionieren scheinbar, ziehen sich innerlich aber zurück.
Ich habe in meiner Arbeit mit Familien immer wieder gesehen, wie wichtig es ist, in solchen Momenten den Blick von außen zuzulassen. Eine Lehrkraft, eine Tante, ein Sporttrainer, eine Freundin der Familie – Menschen, die ein Stück Verantwortung mittragen und aufmerksam sind.
In einem Fall, den ich begleitet habe, bemerkte eine Lehrerin kleine Veränderungen im Verhalten eines Kindes und suchte sofort das Gespräch mit den Eltern. Durch diese frühe Rückmeldung konnte das Kind rechtzeitig Unterstützung bekommen – bevor es zu einer größeren Krise kam.
Solche Geschichten zeigen: Wir müssen nicht alles allein sehen oder lösen.
Und wir müssen uns nicht schuldig fühlen, wenn wir etwas übersehen haben. Entscheidend ist, dass wir offen bleiben, bereit sind hinzuschauen – und die Hilfe anderer annehmen.
Elternsein in der Trauer bedeutet nicht, immer alles im Griff zu haben.
Es bedeutet, gemeinsam mit unseren Kindern durch eine schwere Zeit zu gehen – und anzuerkennen, dass auch wir Unterstützung brauchen dürfen.
Denn gerade dieses Eingeständnis macht uns für unsere Kinder zu einem Vorbild: Wir zeigen ihnen, dass es in Ordnung ist, Hilfe zu suchen – und dass Stärke nicht bedeutet, alles allein zu tragen.

Gemeinsam einen neuen Weg finden
Trauer bei Kindern und Jugendlichen ist kein Problem, das wir „lösen“ können.
Sie ist ein Prozess – individuell, manchmal leise, manchmal stürmisch.
Kinder brauchen in dieser Zeit vor allem eins: Sicherheit.
Sicherheit, dass ihre Gefühle erlaubt sind. Sicherheit, dass sie nicht „funktionieren“ müssen. Sicherheit, dass sie begleitet werden – auch dann, wenn Worte fehlen oder die Traurigkeit schwer zu greifen ist.
Als Eltern, Großeltern oder andere Bezugspersonen tragen wir in solchen Phasen eine große Verantwortung. Und oft auch eine große Unsicherheit:
„Mache ich das richtig?“
„Wie kann ich helfen, ohne zu überfordern?“
„Was, wenn ich selbst kaum Kraft habe?“
Genau hier kann es unglaublich entlastend sein, jemanden an der Seite zu haben, der diesen Weg kennt.
Jemanden, der weiß, wie man Kindern in Trauer Halt gibt, ohne ihnen etwas aufzuzwingen.
Jemanden, der zuhört, versteht – und gemeinsam mit dir Wege findet, die zu deiner Familie passen.
Genau das ist mein Herzensanliegen.
In meinem Coaching begleite ich nicht nur Erwachsene, sondern auch Familien, Kinder und Jugendliche in Zeiten von Verlust und innerem Umbruch. Wir arbeiten behutsam, spielerisch, kreativ – mit Gesprächen, Symbolen, Ritualen oder auch stillen Momenten. Immer so, dass es sich stimmig anfühlt und euer Tempo respektiert wird.
Du musst diesen Weg nicht allein gehen.
Manchmal reicht schon der erste Schritt – ein offenes Gespräch – um wieder etwas mehr Luft holen zu können und das Gefühl zu haben: Wir schaffen das.
Wenn du dir wünschst, dass dein Kind oder Teenager durch diese Zeit getragen wird – und du selbst wieder mehr Sicherheit gewinnst – lade ich dich herzlich zu einem kostenlosen Klarheitsgespräch ein.
In 30 Minuten schauen wir gemeinsam, wo ihr gerade steht, was euch helfen könnte und wie eine Begleitung aussehen kann, die euch wirklich unterstützt – ohne Druck, ohne Verpflichtung.
Du musst diese Zeit nicht allein tragen.
Es gibt einen Weg – und ich gehe ihn gern mit euch.
Dein Trauercoach mit Herz

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