Zurück zu dir finden, wenn nur so einfach wäre.
Vielleicht kennst du diesen Moment: Ein neues Jahr beginnt, doch in dir fühlt es sich an, als wärst du noch im alten stecken geblieben. Du funktionierst. Du machst weiter. Du lächelst, auch wenn dein Inneres leise brennt. Und gleichzeitig spürst du irgendwo in dir den Wunsch: Ich möchte zurück zu mir finden. Nicht neu werden. Nur wieder fühlen, dass ich da bin.
Dieser Wunsch ist kein Luxus. Er ist ein leiser, aber zutiefst menschlicher Ruf – besonders dann, wenn du in den letzten Monaten viel getragen hast: Verantwortung, Erwartungen, Verluste, stille Trauer, die oft keinen Platz hat.
Im Januar sehnt sich dein Körper nach etwas anderem als „weiter so“. Er sehnt sich nach Ruhe. Nach einem Moment ohne Maske. Nach einem Schritt, der dich wieder zu dir führt.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Januar ein guter Monat ist, um zu dir zurückzufinden
- Wie sich „Funktionieren statt Fühlen“ auf Körper und Seele auswirkt
- Drei sanfte Wege, um im neuen Jahr wieder bei dir anzukommen
- Mini-Rituale & Alltagstipps für mehr Ruhe
- Wann Unterstützung hilfreich ist
- Workbook zum Download: „Zurück zu dir – Reflexions-Workbook“
- FAQ

Warum der Januar ein guter Monat ist,
um zu dir zurückzufinden
Der Januar beginnt oft leiser, als das Jahr zuvor geendet hat. Nach den intensiven Dezemberwochen – in denen Erinnerungen, Erwartungen und Vergleiche lauter werden – entsteht plötzlich ein anderer Klang. Ein Raum, in dem das Außen zurücktritt und das Innen auf einmal wieder hörbar wird.
Für viele Menschen, die stille Trauer, Verantwortung oder eine tiefe Erschöpfung mit sich getragen haben, fühlt sich genau dieser Raum ungewohnt an. Wenn das Leben leiser wird, melden sich oft genau die Dinge, die vorher keinen Platz hatten.
In meiner Begleitung erlebe ich diesen Moment immer wieder:
Sobald das Außen zur Ruhe kommt, beginnt das Innere deutlicher zu sprechen.
Vielleicht zeigt sich Müdigkeit, die erst sichtbar wird, weil der Druck kurz nachlässt.
Vielleicht tauchen Gedanken auf, die im Alltag lange beiseitegeschoben wurden.
Vielleicht wird eine leise, aber hartnäckige Sehnsucht spürbar – nach Halt, nach Orientierung, nach einem Moment des Atmens.
Es ist kein Zufall, dass gerade im Januar so vieles in Bewegung kommt.
Studien zeigen, dass Menschen nach längeren Phasen des Funktionierens vor allem in stilleren Zeiten wieder Zugang zu ihren körperlichen Stresssignalen bekommen. Das ist kein Rückschritt. Es ist ein Zeichen, dass der Körper endlich Raum findet, sich bemerkbar zu machen – und dass Regeneration möglich wird.
Vielleicht kennst du diesen Moment:
Das neue Jahr beginnt, und statt voller Motivation zu sein, entsteht erst einmal Müdigkeit.
Ein tiefes Ausatmen.
Ein Gefühl davon, wie viel im letzten Jahr getragen wurde – oft ohne Pause, oft ohne bewusstes Dazwischen.
Für mich persönlich ist der Januar schon lange kein Monat der großen Vorsätze mehr. Früher bin ich vom alten Jahr direkt ins neue gerannt – ohne innezuhalten, ohne zu spüren, was ich brauche. Heute bedeutet der Januar für mich etwas anderes: einen Aufbruch, ja – aber nicht im Sinne von „mehr tun“. Sondern im Sinne von „mehr bei mir bleiben“.
Mehr Zeit für mich.
Mehr Bewusstheit.
Mehr Ehrlichkeit mir selbst gegenüber.
In meiner Arbeit höre ich Sätze, die genau diese Bewegung beschreiben. Eine Frau sagte einmal:
„Endlich darf ich lernen, wieder wichtig zu sein. Nicht nur zu funktionieren.“
Dieser Satz fasst zusammen, was der Januar ermöglichen kann: ein Innehalten, das nicht schwächt, sondern stärkt.
Der Jahresbeginn lädt nicht dazu ein, neu zu werden.
Er lädt dazu ein, sich wieder zu begegnen.
Nicht alles anders zu machen – sondern wahrzunehmen, was schon da ist.
Nicht schneller oder besser zu werden – sondern weicher, aufmerksamer, wahrhaftiger.
Wenn der Januar nicht als Startschuss verstanden wird, sondern als Landung, verändert sich etwas Grundlegendes. Die Frage lautet dann nicht mehr:
„Was will ich im neuen Jahr erreichen?“
sondern:
„Wie möchte ich in diesem Jahr mit mir umgehen?“
Und vielleicht beginnt dieser Umgang mit einem einzigen, stillen Satz:
„Ich muss nicht neu werden. Ich darf wieder bei mir ankommen.“

Wie sich „Funktionieren statt Fühlen“
auf Körper und Seele auswirkt
Viele Frauen, die ich begleite, beschreiben den Januar auf ganz ähnliche Weise:
Der Tag beginnt mit Aufgaben, Verantwortung und Routinen. Es wird organisiert, getragen, bewältigt. Und oft erst spät am Abend – wenn alles stiller wird – zeigt sich, wie weit die eigene Innenwelt in den Hintergrund geraten ist.
Dieses lange Funktionieren ist keine Schwäche. Und es ist kein Zeichen von Versagen.
Es ist eine Form von Überlebensstrategie, die viele über Monate oder sogar Jahre aufrechterhalten. Besonders Frauen in der Lebensmitte, die für Familie, Beruf, Eltern oder andere Angehörige Verantwortung tragen, spüren: Es muss irgendwie weitergehen. Stabil bleiben. Durchhalten. Zusammenhalten.
Viele bringen dieses innere Erleben in Sätze wie:
- „Ich funktioniere, aber ich lebe nicht mehr richtig.“
- „Ich spüre mich kaum noch – nur diese Erschöpfung.“
- „Ich möchte einfach wieder bei mir ankommen.“
Solche Worte höre ich häufig. Sie zeigen, was im Alltag kaum sichtbar ist:
Ein Teil in dir trägt so viel, dass kein Raum mehr bleibt, um dich selbst zu spüren.
Eine Frau sagte in einem Coaching einmal:
„Endlich darf ich lernen, wieder wichtig zu sein. Nicht nur zu funktionieren.“
Und oft ist genau dieses „wieder wichtig sein“ das, was im Januar zum ersten Mal überhaupt bewusst wird.
Denn wenn die äußere Lautstärke leiser wird, wird die innere deutlicher.
Unruhe, Müdigkeit, Druck im Brustbereich, schlechter Schlaf, Reizbarkeit – all das sind Signale eines Körpers, der lange überhört wurde. Sie sind kein Fehler. Sie sind Hinweise. Wegweiser. Der Versuch des Körpers, wieder in Kontakt zu kommen.
Psychologisch gesehen handelt es sich dabei oft um einen Zustand andauernder Anspannung. Wer über längere Zeit funktionieren muss, bleibt häufig im sogenannten Dauerstressmodus – einem Modus, in dem das Nervensystem kaum mehr unterscheiden kann zwischen „Gefahr“ und „Entspannung“.
Forschung aus der Stress- und Traumapsychologie (u. a. nach Peter Levine, Somatic Experiencing) zeigt:
- Dauerfunktionieren dämpft die Wahrnehmung eigener Bedürfnisse.
Oft bleibt lange unbemerkt, wann der Körper hungrig, erschöpft oder überlastet ist. - Emotionen verschwinden nicht – sie werden nur leiser und schwerer.
Trauer bekommt keinen Ausdruck und sinkt tiefer in den Körper. - Der Organismus versucht auszugleichen.
Häufig durch Erschöpfung, Verspannungen oder ein Gefühl von innerer Taubheit.
Viele beschreiben es als: „Ich bin da, aber nicht ganz.“
Wenn du selbst lange funktioniert hast, kennst du vielleicht diesen Punkt, an dem man merkt, dass man zwar alles schafft, aber sich selbst nicht mehr spürt. Genau deshalb liegt mir dieses Thema so am Herzen: Weil Rückkehr zu sich selbst nicht durch Druck entsteht, sondern durch Anerkennung.
Funktionieren schützt – aber es entfernt auch von der eigenen Mitte.
Und der Januar ist oft der erste Moment, in dem diese Entfernung spürbar wird.
Deshalb braucht es jetzt keine großen Veränderungen. Keine Vorsätze. Keine Pläne.
Sondern etwas viel Bodenständigeres:
kleine Schritte, die dich zurück zu dir führen.
Atemzüge, die dich im Körper ankommen lassen.
Momente, in denen du nicht leisten musst – sondern nur sein darfst.
Denn erst, wenn du dich wieder spürst, kann etwas Neues wachsen.
Nicht vorher.

Drei sanfte Wege,
um im neuen Jahr wieder bei dir anzukommen
Wenn ein Jahr intensiv war – voller Aufgaben, Erwartungen, Verantwortung oder stiller Trauer –, entsteht im Januar oft kein Bedürfnis nach großen Veränderungen. Viele Menschen brauchen in dieser Phase keinen kraftvollen „Neuanfang“, sondern etwas viel Bodenständigeres: einen Weg zurück zu sich selbst. Nicht abrupt, nicht radikal, sondern in kleinen, tragenden Schritten, die sich sicher anfühlen.
Vielleicht kennst du dieses Spannungsfeld: Ein Teil von dir sehnt sich nach Ruhe und Nähe zu dir selbst. Ein anderer Teil fühlt Unsicherheit, weil genau diese Ruhe ungewohnt geworden ist. Nach langen Phasen des Funktionierens kann das Stillwerden fast fremd wirken – oder sogar ein bisschen beängstigend, weil das, was lange weggeschoben wurde, in der Stille wieder spürbar wird.
Ich kenne dieses Gefühl gut. Früher bin ich im Januar sofort wieder losgerannt, habe funktioniert, organisiert, geleistet. Heute erlebe ich den Jahresanfang anders: weniger als Startschuss, mehr als leisen Übergang. Ein Raum, in dem ich wieder bei mir landen darf. Und genau diese Haltung möchte ich dir mitgeben – in drei einfachen, machbaren Wegen, die dein Nervensystem nicht überfordern.
Zurück zu dir finden durch Körperwahrnehmung –
in kleinen Dosierungen
Wenn du viel funktioniert hast, fühlt sich Ruhe oft zuerst ungewohnt an. Der Körper ist dann so sehr an Anspannung gewöhnt, dass er die Entlastung nicht sofort erkennt. Genau deshalb helfen kurze Momente der Wahrnehmung so sehr: Sie holen dich zurück in deinen Körper, zurück in den Kontakt mit dir.
Der Körper ist oft der direkteste Zugang zu deinem inneren Erleben. Er zeigt dir, wie es dir geht, noch bevor Worte dafür entstehen.
Eine einfache Übung:
- Lege morgens für 30 Sekunden eine Hand auf deinen Brustkorb.
- Atme einmal sanft ein – einmal sanft aus.
- Spüre die Wärme unter deiner Hand.
- Und frage dich leise: „Wie fühlt es sich gerade an, ich zu sein?“
Du musst nichts verändern.
Nichts analysieren.
Nichts optimieren.
Nur bemerken.
Diese kleine Mikro-Pause wirkt wie ein Reset. Sie signalisiert deinem Nervensystem:
„Ich bin da. Ich darf hier sein.“
Viele Frauen berichten, dass sie durch diese Übung zum ersten Mal seit Langem wieder etwas in sich spüren: Wärme. Ruhe. Weichheit. Manchmal Traurigkeit. Alles darf da sein.
Mini-Ritual –
„Der sanfte Morgen“
- Setze dich für einen Moment an einen ruhigen Ort.
- Lege deine Hände aufeinander in den Schoß.
- Sprich innerlich: „Ich darf heute ich sein – auch in kleinen Schritten.“
- Atme drei Mal langsam aus.
Dieses Ritual – unterstützt durch Erkenntnisse aus der Atemforschung (Stanford University) – wirkt regulierend auf das Nervensystem.
Es lässt den Tag nicht im „Tun“ beginnen, sondern im „Sein“.
Und dieses leise Sein verändert oft mehr, als ein großer Vorsatz es je könnte.
2. Zurück zu dir finden durch Rückblick statt Perfektionsdruck
Zu Beginn eines neuen Jahres entsteht oft der Eindruck, sofort neu starten zu müssen. Überall tauchen Ziele, Pläne und Vorsätze auf – als müsste das neue Jahr möglichst schnell „richtig“ beginnen. Doch viele Menschen greifen nach diesen neuen Ziele, noch bevor sie den Übergang vom alten Jahr überhaupt gespürt haben. Dabei liegt gerade im Rückblick eine kraftvolle Möglichkeit, wieder Orientierung in dir selbst zu finden – ganz ohne Optimierungsdruck.
Ein Rückblick bedeutet nicht, alles noch einmal durchleben zu müssen.
Es bedeutet nicht, dich in Vergangenem zu verlieren oder schwere Momente erneut hochzuholen.
Rückblick heißt vielmehr: anerkennen, was war, damit du sehen kannst, wo du heute stehst.
Es geht darum wahrzunehmen, was Kraft gekostet hat.
Was dich gestützt hat.
Welche Erfahrungen Spuren hinterlassen haben – sichtbar oder ganz leise.
Diese Form der inneren Betrachtung öffnet einen Raum, in dem dein Erleben sich sortieren darf, ohne dass du etwas leisten musst.
Oft trägt ein Jahr mehr in sich, als der Alltag zeigen kann: Belastungen, die über längere Zeiträume hinweg geschultert wurden. Anforderungen, die kaum Raum für Pausen ließen. Veränderungen, die vielleicht tiefer wirkten, als du in dem Moment erkennen konntest.
Erst in den ruhigeren Tagen und Wochen des Januars wird vieles davon wieder spürbar. Und genau dann kann ein Rückblick entlastend wirken. Er holt Erfahrungen aus dem Hintergrund hervor – nicht, um sie zu bewerten, sondern um sie wahrzunehmen.
Diese Wahrnehmung macht deine Grenzen sichtbarer.
Sie schafft Wertschätzung für das, was du getragen und bewältigt hast – oft unter großen Anstrengungen, oft leiser, als jemand von außen sehen konnte.
Manchmal öffnen einfache Fragen die Tür zu dieser inneren Klärung:
- Welche Momente des vergangenen Jahres wirkten besonders erschöpfend?
- Welche kleinen Quellen von Kraft waren dennoch spürbar?
- Was davon möchte ich im neuen Jahr nicht weiter allein tragen?
Diese Fragen führen dich nicht zurück in den Schmerz.
Sie führen dich zurück in dich – in deine Wahrnehmung, deine Wahrheit, deine innere Orientierung.
Aus dieser Klarheit entsteht ein Halt, der nicht von äußeren Erwartungen abhängig ist.
Wenn das Alte würdig betrachtet wird, entsteht ein natürlicher Übergang in das Neue. Der Jahresbeginn fühlt sich dann nicht mehr nach Verpflichtung an, sondern nach Klärung. Nach langsamer innerer Aufrichtung.
Und aus dieser Aufrichtung heraus werden die nächsten Schritte leichter, bewusster und tragfähiger.
Gedankenimpuls – „Was wäre,
wenn nichts
neu werden muss?“
Vielleicht entsteht Ruhe nicht durch Veränderung, sondern durch Wiederfinden.
Durch ein leises Spüren.
Durch eine sanfte Hinwendung zum Wesentlichen.
Manchmal ist das stille Anerkennen mutiger
als jeder große Neubeginn.
3. Zurück zu dir finden durch kleine, wiederholbare Schritte
In Zeiten großer innerer oder äußerer Belastung fühlen sich umfangreiche Konzepte oder große Veränderungen oft eher erdrückend an. Das Nervensystem steht dann häufig unter hoher Spannung oder ist erschöpft – und kann nur begrenzt auf zusätzliche Ansprüche reagieren. Gerade in solchen Phasen entsteht Stabilität nicht durch große Entscheidungen, sondern durch etwas viel Einfacheres: durch kleine, wiederholbare Schritte, die deinem Tag eine sanfte Struktur geben und deinem Inneren Orientierung schenken.
Diese Mini-Handlungen wirken wie kleine Inseln im Alltag.
Sie sind leicht zugänglich, auch dann, wenn die Kraft begrenzt ist.
Und sie stärken nachweislich das Gefühl von Selbstwirksamkeit – ein wichtiges Element psychischer Stabilität. Forschung aus der Gesundheitspsychologie und Stressforschung zeigt, dass kleine, bewusste Handlungen das Nervensystem regulieren und dadurch Präsenz und Klarheit fördern können.
Drei Schritte haben sich besonders bewährt – nicht als starres Programm, sondern als ein leiser Weg zurück zu dir:
Schritt 1: Atem + Raum
Ein bewusster Ausatem wirkt regulierend und schafft innerlich Platz.
Manchmal reicht ein einziger, langsamer Atemzug, um den Körper daran zu erinnern, dass kein sofortiges Handeln notwendig ist.
Vielleicht hilft dir ein inneres Bild: ein Fenster, das sich in dir öffnet und durch das frische Luft oder Licht in deinen inneren Raum strömt. Dieses Bild unterbricht automatische Muster und schenkt dir einen Moment Abstand zu dem, was dich gerade bewegt.
Solche kurzen Atempausen wirken wie ein leises „Stopp“ mitten im Funktionieren – und geben deinem Körper die Möglichkeit, sich zu orientieren.
Schritt 2: Eine klare Frage
Eine einfache, gegenwartsbezogene Frage öffnet den Zugang zu deinem inneren Erleben:
„Was wird in den nächsten zwei Stunden wirklich gebraucht?“
Diese Frage richtet den Blick nicht auf große Ziele oder Pläne, sondern auf den jetzigen Moment. Sie befreit von Überforderung und holt dich zurück ins Wesentliche.
Oft tauchen dabei ganz kleine Bedürfnisse auf: ein Schluck Wasser, ein Moment Stille, ein Spaziergang zum Fenster, frische Luft, eine kurze Pause, ein bisschen Struktur. Dinge, die sonst untergehen – und doch eine große Wirkung haben.
Schritt 3: Eine Kleinigkeit davon umsetzen
Wenn du eine dieser kleinen Bedürfnisse wahrnimmst und tatsächlich umsetzt, entsteht ein Gefühl von innerer Wirksamkeit.
Es muss nichts Großes sein:
- ein Glas Wasser
- fünf Minuten frische Luft
- die Schultern bewusst lockern
- eine Nachricht nicht sofort beantworten
- eine Hand auf den Bauch legen
- einen Moment lang die Augen schließen
Solche Mini-Handlungen wirken vielleicht unscheinbar, aber sie zeigen deinem Körper:
„Fürsorge ist möglich – selbst in kleinen Dosen.“
Gerade dann, wenn große Veränderungen zu viel wären, können diese Schritte Stabilität und Ruhe fördern. Durch ihre Wiederholbarkeit entsteht ein leiser, aber beständiger Weg zurück zu dir – ein Weg, der nicht fordert, sondern trägt.
Mini-Rituale & Alltagstipps für mehr Ruhe
Ruhige, einfache Rituale können den Übergang in den Alltag sanft begleiten. Sie müssen nicht groß oder aufwendig sein – oft entsteht die größte Wirkung gerade durch das Kleine. Entscheidend ist die Wiederholung: verlässliche Handlungen, die deinem Nervensystem signalisieren, dass für einen Moment kein Druck besteht und Ruhe möglich ist.
Gerade in Phasen erhöhter Belastung wirkt diese Art von Ritualisierung stabilisierend und erdend. Sie schafft kurze Inseln der Entlastung – Momente, in denen du dich innerlich sammeln kannst, bevor der Tag weitergeht. Viele dieser Rituale benötigen nur wenige Minuten und lassen sich gut in den Alltag integrieren.
Alltagstipp – „Der Anker-Ort“
Ein bewusst gewählter Platz kann zu einem inneren Anker werden. Dafür braucht es nicht viel: ein Stuhl, eine kleine Ecke mit einer Kerze, ein Kissen oder ein Fensterplatz reichen aus.
Wenn du diesen Ort regelmäßig für zwei oder drei Minuten aufsuchst, entsteht ein inneres Signal:
Hier darf Ruhe sein.
Der Körper lernt mit der Zeit, dass an diesem Platz kein Handlungsdruck besteht. Allein das Hinsetzen wirkt wie eine kleine Einladung zur Entspannung: Der Atem vertieft sich, die Schultern sinken etwas ab, der Kopf wird klarer.
Der Anker-Ort kann so zu einem Mini-Rückzugsraum werden, ohne dass du dich aus dem Alltag zurückziehen musst.
Mini-Ritual – „Hand aufs Herz“
Dieses Ritual ist schlicht und dennoch erstaunlich wirkungsvoll. Die Hand auf dem Brustkorb erzeugt eine Form der Selbstberührung, die den Parasympathikus aktiviert – jenen Teil des Nervensystems, der für Beruhigung und Regeneration zuständig ist.
- Lege eine Hand auf dein Herz.
- Lass den Atem langsam fließen, ohne etwas erzwingen zu müssen.
- Lass einen einfachen Satz in dir entstehen: „Ich bin da.“
Die Kombination aus Berührung, Atem und innerer Ausrichtung stabilisiert emotional und schafft Präsenz. Dieses Ritual eignet sich besonders gut für Übergänge – morgens vor dem Start in den Tag, vor einem Gespräch oder abends, bevor du zur Ruhe kommst.
Gedankenimpuls – „Ich muss nicht neu werden“
Zum Jahresbeginn entsteht schnell die Erwartung, sich neu erfinden oder verbessern zu müssen. Doch innere Stabilität wächst selten aus Veränderungsdruck.
Der Satz:
„Ich muss nicht neu werden – ich darf mich wieder spüren“
öffnet eine andere Perspektive: Er verschiebt den Fokus von Optimierung hin zu Verbindung.
Dieser Gedanke kann befreiend wirken, besonders wenn hohe Erwartungen oder Perfektionsansprüche auf dir lasten. Er führt zurück zu einem einfachen, wesentlichen Kern:
Selbstwahrnehmung statt Selbstoptimierung.

Wann Unterstützung hilfreich ist
Es gibt Lebensphasen, in denen Belastungen, stille Verluste oder langes Funktionieren dazu führen können, dass die innere Orientierung verschwimmt. Vielleicht kennst du Momente, in denen alles weiterläuft – nur du selbst kommst kaum noch hinterher. In solchen Zeiten kann es entlastend sein, einen Raum zu haben, in dem nichts bewertet wird und alles da sein darf, was gerade in dir ist.
Ein geschützter Rahmen ermöglicht es, innezuhalten und wieder wahrzunehmen, was sich in deinem Inneren bewegt. Schritt für Schritt entsteht Zugang zu dem, was im Alltag so leicht überdeckt wird: Ruhe, Klarheit, ein Gefühl von innerer Stärke oder das leise Bedürfnis nach Selbstfürsorge. Besonders hilfreich ist dabei ein Tempo, das langsam ist, achtsam und druckfrei – so, dass du dich sicher fühlst und nicht überfordert wirst.
Wenn du spürst, dass es gut tun könnte, dir ein Stück Raum und Halt schenken zu lassen, findest du hier weitere Informationen:
- Coaching „Trauercoach mit Herz“
- Ein sanftes Klarheitsgespräch – um in Ruhe zu schauen, was du gerade brauchst
Alles bleibt freiwillig. Alles in deinem eigenen Tempo.
Manchmal reicht schon ein einziger Moment echter Präsenz, um wieder ein kleines Stück näher zu dir selbst zu finden.

Workbook zum Download:
„Zurück zu dir – Reflexions-Workbook“
Begleitend zu diesen Impulsen gibt es ein kleines Workbook, das dich durch den Januar tragen kann. Es ist bewusst überschaubar gehalten – leicht genug, um nicht zu belasten, und klar genug, um dich sanft zu begleiten.
Im Workbook findest du:
- eine sanfte Rückblick-Übung
- einfache Atem- und Spürübungen
- mehrere Journalingfragen, die dir innere Orientierung schenken können
Alles in einer Form, die ruhig bleibt und trotzdem Tiefe ermöglicht.
Vielleicht wird es für die nächsten Wochen ein stiller Begleiter – ein Ort, an dem du dich selbst wieder ein Stück klarer wahrnehmen kannst.
Wenn du dir für diesen Jahresbeginn etwas mehr Ruhe, Klarheit und inneren Halt wünschst, kann das Workbook ein erster, sanfter Schritt sein.
Und wenn du irgendwann spüren solltest, dass du auf diesem Weg nicht allein gehen möchtest, dann findest du hier auch Informationen zu meinem Coaching und zum Klarheitsgespräch — ganz in deinem Tempo.
Workbook kostenlos herunterladen
Mehr über mein Coaching erfahren
Ich wünsche dir einen stillen, stärkenden Start in dieses neue Jahr.
Möge es ein Jahr sein, das dich trägt – und in dem du mutig bei dir bleibst.
Deine

FAQ
Es bedeutet, wieder Zugang zu deinem inneren Erleben zu bekommen – nach Zeiten des Funktionierens, Durchhaltens oder emotionaler Belastung. Es geht nicht um Veränderung, sondern um Kontakt zu dir selbst.
Weil der Körper nach intensiven Monaten erst wahrnimmt, wie erschöpft er eigentlich ist. Ruhe, Rückzug und Orientierung sind in dieser Phase natürlicher als große Vorsätze oder Ziele.
Ja. Forschung zeigt, dass kleine, wiederholbare Handlungen das Nervensystem beruhigen und Selbstwirksamkeit stärken. Gerade in belastenden Zeiten sind Mini-Schritte oft wirksamer als große Pläne.
Beginne mit sehr kleinen Wahrnehmungsimpulsen: ein Atemzug, die Hand aufs Herz, ein kurzer Moment Stille. Alles, was nicht überfordert, sondern dich sanft zurück in deinen Körper bringt.
Wenn du häufig funktionierst, ohne dich selbst zu spüren, wenn Erschöpfung überwiegt oder wenn du das Gefühl hast, innerlich keinen Halt mehr zu finden. Meine Begleitung bietet Orientierung und einen sicheren Raum.
Erfahre mehr im Klarheitsgespräch. Buch noch heute deinen Termin.
Ja. Es ist bewusst leicht, achtsam und druckfrei gestaltet. Es hilft, den eigenen Zustand zu würdigen, ohne etwas „müssen“ zu müssen – und kann ein leiser Begleiter in einer sensiblen Zeit sein.
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